Der BVKJ kritisiert das vom Deutschen Bundestag beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz scharf. Der Verband hatte bereits im Gesetzgebungsverfahren eindringlich vor Versorgungseinschränkungen bei von Kindern und Jugendlichen gewarnt. Die benannten Kritikpunkte blieben jedoch unberücksichtigt. "Wer bei der Prävention bei Kindern spart, riskiert höhere Kosten und schlechtere Lebensqualität im späteren Jugend- und Erwachsenenalter", so Präsident Dr. Hubmann.
Die Einführung eines Primärarztsystems ist notwendig, um dem wachsenden Mangel an personellen und finanziellen Ressourcen sowie der Fehl-, Über- und Unterversorgung zu begegnen. Viele Behandlungsanlässe Minderjähriger können in der kinder- und jugendärztlichen Versorgung abgeschlossen werden. Eine gezielte Patientensteuerung verhindert unnötige Behandlungen, Doppeluntersuchungen und Irrwege zwischen Fachärzt*innen – und verbessert so Terminverfügbarkeit und Versorgungsqualität.
Der BVKJ begrüßt die aktuellen Gesetzentwürfe des Bundesfinanzministeriums zur Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer. Aus Sicht des Verbands sind höhere Preise ein wirksames Instrument der Verhältnisprävention und tragen dazu bei, insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor den gesundheitlichen Folgen des Alkohol- und Tabakkonsums zu schützen. Damit unterstützt der BVKJ die Forderung des Drogenbeauftragten Prof. Dr. Hendrik Streeck nach höheren Steuern auf Alkohol und Tabak.
Der BVKJ kritisiert die Pläne der schwarz-roten Koalition, die telefonische Krankschreibung wieder abzuschaffen. Die seit Ende 2023 geltende Regelung ermöglicht es Patient*innen, sich bei leichten Atemwegserkrankungen nach telefonischer ärztlicher Beratung krankschreiben zu lassen. Aus Sicht des BVKJ hat sich dieses Verfahren bewährt – sowohl für Familien als auch für die ambulante Versorgung. Die Abschaffung wäre ein Fehler und ein gesundheitspolitischer Rückschritt.
Der BVKJ und der BKK Landesverband Bayern erweitern im Rahmen des Vorsorgeprogramms "Starke Kids by BKK" ihr Angebot: Ab dem 1. Juli 2026 wird die Früherkennung postpartaler Depressionen als neue Zusatzleistung aufgenommen. Ziel ist es, psychische Belastungen bei Eltern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hintergrund sind erste Erkenntnisse der Studie UPlusE, die zeigen, dass eine frühe Behandlung langfristige Belastungen für Eltern und Kinder verringern kann.