Der BVKJ kritisiert die Pläne der schwarz-roten Koalition, die telefonische Krankschreibung wieder abzuschaffen. Die seit Ende 2023 geltende Regelung ermöglicht es Patient*innen, sich bei leichten Atemwegserkrankungen nach telefonischer ärztlicher Beratung krankschreiben zu lassen. Aus Sicht des BVKJ hat sich dieses Verfahren bewährt – sowohl für Familien als auch für die ambulante Versorgung. Die Abschaffung wäre ein Fehler und ein gesundheitspolitischer Rückschritt.
Der BVKJ und der BKK Landesverband Bayern erweitern im Rahmen des Vorsorgeprogramms "Starke Kids by BKK" ihr Angebot: Ab dem 1. Juli 2026 wird die Früherkennung postpartaler Depressionen als neue Zusatzleistung aufgenommen. Ziel ist es, psychische Belastungen bei Eltern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hintergrund sind erste Erkenntnisse der Studie UPlusE, die zeigen, dass eine frühe Behandlung langfristige Belastungen für Eltern und Kinder verringern kann.
Anlässlich der aktuellen Hitzewellen warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) vor den gesundheitlichen Folgen extrem hoher Temperaturen für Kinder. Sie gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die durch Hitze besonders gefährdet sind und benötigen besonderen Schutz. Der BVKJ fordert deshalb verbindliche Hitzeschutzpläne für Kitas, Schulen und andere Betreuungseinrichtungen. "Hitzeschutz ist Kinderschutz", erklärt Dr. Tanja Brunnert, Bundespressesprecherin des BVKJ.
Die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt", in der auch BVKJ-Präsident Dr. Michael Hubmann mitwirkt, hat ihre Handlungsempfehlungen an Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien übergeben. Auf Basis der im April 2026 veröffentlichten Bestandsaufnahme hat die Kommission insgesamt 56 Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die vollständigen Texte der Handlungsempfehlungen werden bis Mitte Juli 2026 veröffentlicht.
Die Interdisziplinäre verbändeübergreifende Arbeitsgruppe Entwicklungsdiagnostik (IVAN) des BVKJ, der DGAAP und der DGSPJ, warnt vor einer Krise in der sozialpädiatrischen Versorgung. Während in der deutschen Gesundheitspolitik viel über Sparmaßnahmen, Digitalisierung, Reformen der ambulanten Versorgung und Fachkräftemangel debattiert wird, gerät die Sozialpädiatrie gefährlich in den Hintergrund. Dabei entscheidet sich gerade hier über die Teilhabechancen einer ganzen Generation.