Die Änderungsanträge der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD zur Reform der Notfallversorgung bleiben aus Sicht des BVKJ in zentralen Punkten weit hinter den Erwartungen zurück. Der Verband bemängelt insbesondere, dass die extrabudgetäre Vergütung kinder- und jugendärztlicher Präventionsleistungen weiterhin nicht abgesichert wird. Hinzu kommt, dass die Hybrid-DRGs ab 2028 gestrichen und die ärztliche Terminvergabe durch neue Verpflichtungen eingeschränkt werden sollen.
Zum Bayerischen Präventionstag fordert die Bayerische Landesärztekammer mehr Hitzeschutz, weniger Zucker und strengere Social-Media-Regeln. In der dazugehörigen Pressemitteilung warnt BVKJ-Präsident Dr. Michael Hubmann vor den Folgen exzessiver Mediennutzung: Über 25 Prozent der 10- bis 17-Jährigen zeigen einen riskanten Konsum. Er appelliert an Bund und Länder, eine sinnvolle, altersabgestufte Begrenzung der Social-Media-Nutzung umzusetzen.
Auf heise online äußert sich unser Präsident Dr. Michael Hubmann zu den Handlungsempfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt", in der er auch selbst mitgewirkt hat. Besonders wichtig ist ihm die Forderung "Bildschirmfrei bis drei". Kinder brauchen in den ersten Lebensjahren vor allem unmittelbare Zuwendung und reale Interaktion. Hubmann fordert zudem, die Medienberatung verbindlich in den kinder- und jugendärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zu verankern.
Der BVKJ fordert eine gesetzliche Regelung, die allen Neugeborenen vom ersten Lebenstag an einen nachweisbaren Krankenversicherungsschutz sichert. Den Versicherungsnachweis der gesetzlichen Krankenkasse erhalten sie häufig erst vier bis zwölf Wochen nach der Geburt. Bis dahin können Kinder- und Jugendärzt*innen nur im Ersatzverfahren abrechnen. Haben die Eltern ihr Kind nicht bei der angegebenen Krankenkasse versichert, werden Honorare und Impfstoffkosten noch bis zu zwei Jahre später aberkannt.
Stillen unterstützt die gesunde Entwicklung des Kindes und schützt die Gesundheit von Mutter und Kind. Unter dem Motto „Stillen. Deine Superkraft.“ setzen sich das Netzwerk Gesund ins Leben und 53 Partnerinstitutionen in der Weltstillwoche für gute Rahmenbedingungen, frühzeitige Information und selbstbestimmte Entscheidungen von Familien ein. Der BVKJ hat die gemeinsame Pressemeldung mitkonsentiert und gehört zu den unterzeichnenden Verbänden.