Neues aus den Projekten und wissenschaftlichen Kooperationen
PREV-HPV: Fokusgruppen erfolgreich abgeschlossen
Nach einem erfolgreichen Abschluss des vom Innovationsfonds geförderten Projektes „Prävention und Evaluation von HPV“ (PREV-HPV), das in Konsortialführung der BVKJ-Service GmbH liegt und gemeinsam mit dem BVKJ e.V. und starken Konsortialpartnern (Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ); BKK Landesverband Bayern; Firma Monks) durchgeführt wurde, fand im Frühjahr das erste große Konsortialtreffen mit unseren Kooperationspartnern Deutsche Gesellschaft für Ambulante Allgemeine Pädiatrie (DGAAP), Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF), Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖGD), Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD), Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und Lachen gegen Krebs statt.
Zentrales Ziel ist es, Einstellungen, Erfahrungen, wahrgenommene Barrieren und förderliche Faktoren hinsichtlich der HPV-Impfung zu identifizieren und daraus konkrete Ansatzpunkte für die Verbesserung der HPV-Impfprävention abzuleiten. Im Mai und Juni wurden die qualitativen Fokusgruppen im Projekt PREV-HPV erfolgreich umgesetzt. Insgesamt brachten zehn Leistungserbringende aus unterschiedlichen Versorgungsbereichen sowie acht Sorgeberechtigte ihre Erfahrungen und Perspektiven zur HPV-Impfung ein.
Die ersten Ergebnisse zeigen: Die Akzeptanz der HPV-Impfung ist deutlich gestiegen. Eine verständliche Ansprache über Krebsprävention und Schutz vor HPV-bedingten Erkrankungen kann die Impfentscheidung zusätzlich unterstützen. Als zentrale Herausforderung erweist sich weniger eine grundsätzliche Ablehnung als vielmehr die Erreichbarkeit der 9- bis 14-Jährigen. Besonders wichtig sind daher eine frühzeitige Ansprache, die regelmäßige Kontrolle des Impfstatus, verlässliche Erinnerungssysteme und niedrigschwellige Impfangebote. Die vielfältigen Hinweise aus den Fokusgruppen liefern eine wertvolle Grundlage für die Entwicklung der Fragebögen, mit denen 2027 sowohl Sorgeberechtigte als auch Praxisteams befragt werden sollen. So können Informationsbedarfe, Barrieren, förderliche Faktoren und Unterstützungswünsche gezielt und praxisnah erfasst werden.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmenden und Mitwirkenden, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Engagement zu diesem wichtigen Projektschritt beigetragen haben.
PEDNET-LC – erste spannende Ergebnisse und Start in die Interviewphase
Mehr als 500 Personen aus unserem Verband haben sich an der PEDNET-LC Kurzbefragung zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit postakutem Infektionssyndrom (PAIS) von November 2025 bis Februar 2026 beteiligt. Wir bedanken uns ganz herzlich, auch im Namen des Teams der Universität Greifswald, für diese Resonanz und die Möglichkeit, die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Kontext des PEDNET-LC-Projektes auch in die Forschung einzubringen.
Es zeigte sich unter anderem, dass die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit PAIS vorwiegend in den pädiatrischen Praxen, aber auch zu einem Großteil telemedizinisch (telefonische Beratung und Videosprechstunde) geleistet wird. Die Patient*innen waren im Schwerpunkt 10 bis 14 Jahre alt und wiesen neben Long COVID als häufige Diagnosen auch PAIS nach EBV auf. Die regionale Versorgung wurde überwiegend als verbesserungswürdig eingeschätzt. Als mögliche Gründe wurden bspw. fehlendes Wissen, mangelnde Strukturen sowie unklare oder nicht verfügbare Abrechnungsmöglichkeiten genannt. Konkrete Anregungen für die Verbesserung umfassen etwa mehr Spezialambulanzen, bessere Erreichbarkeit (z. B. kürzere Wartezeiten), mehr Kapazität (Personal, Fortbildungen) und bessere Vernetzung (z. B. mit spezialisierten Zentren).
Aktuell vertieft das PEDNET-LC-Team der Universität Greifswald das Thema der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit PAIS im Rahmen einer qualitativen Erhebung. Die ersten Interviews wurden bereits durchgeführt bzw. sind geplant. Wir suchen jedoch dringend noch Teilnehmende, die sich über den folgenden Link bei der Uni Greifswald direkt anmelden können: https://s2survey.net/pednet_phcp/?q=qual&r=w6
Aktuelles aus externen Projekten, die der BVKJ unterstützt
ImBaKiD (Impfbarrieren bei Kindern in Deutschland):
ImBaKiD (Impfbarrieren bei Kindern in Deutschland): Gemeinsam Impfbarrieren verstehen – für einen besseren Schutz unserer Kinder - Multizentrische Studie sucht teilnehmende Praxen und Familien
Hintergrund: Nach der Pandemie erlebten wir einen massiven Anstieg akuter Atemwegserkrankungen bei Kindern. Die Influenza-Saisons 2022/23 und 2024/25 zeigten Fallzahlen auf Rekordniveau – und die höchste Hospitalisierungsrate lag bei Kindern unter 4 Jahren. Komplikationen wie die Influenza-assoziierten Enzephalopathie (IAE), das fulminante Hirnödem (AFCE) oder das hämorrhagischen Schock-Enzephalopathie-Syndrom (HSES) können auch Kinder ohne Vorerkrankungen treffen und zu bleibenden Schäden führen oder sogar tödlich verlaufen. Die Impfung wirkt – aber die Quoten bleiben niedrig: Die Influenza-Impfung schützt nachweislich vor schweren Verläufen und Komplikationen. Dennoch werden in Deutschland zu wenige Kinder geimpft. Warum zögern Eltern? Genau das will ImBaKiD herausfinden. ImBaKiD ist eine multizentrische, prospektive Querschnittstudie der Pädiatrischen Infektiologie der Universitätsmedizin Essen zur Charakterisierung von Impfbarrieren. Die Datenerhebung erfolgt im Zeitraum vom 01.06.2026 bis 31.12.2026. Die Umfrage richtet sich an Eltern von Kinder- und Jugendlichen und wird vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunologie, Universitätsmedizin Essen, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI e.V.) unterstützt. Next step: Auf Basis der Umfrage werden zielgruppengerechte Videoinhalte entwickelt, die gezielt die identifizierten Barrieren adressieren. Diese Videos sollen per QR-Code in kinderärztlichen Praxen oder Notaufnahmen zugänglich gemacht werden – mit der Möglichkeit zur direkten Terminvereinbarung für eine Impfberatung, um mehr Kinder vor vermeidbaren schweren Erkrankungen schützen.
So können Sie unkompliziert teilnehmen:
- DIN A3-Poster "ImBaKiD-Elternumfrage" mit QR-Code aushängen (siehe unten)
- Eltern informieren – Ermutigen Sie Familien zur anonymen Teilnahme
- Profitieren – Erhalten Sie später Zugang zu den entwickelten Aufklärungsmaterialien
Interesse an der Studienteilnahme? Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten erhalten Sie über den BVKJ e.V. oder direkt beim ImBaKiD-Studienteam unter paed.inf@uk-essen.de
Poster: ImBaKiD-Elternumfrage
Das DIN A3-Poster zur "ImBaKiD-Elternumfrage" für Ihr Wartezimmer können Sie sich entweder hier selbstausdrucken oder kostenfrei eine gedruckte Version beim ImBaKiD-Studienteam unter paed.inf@uk-essen.de bestellen.
Sie haben Interesse an weiteren Informationen zu unseren Projekten, oder möchten uns bei der Datenerhebung unterstützen? Dann senden Sie uns eine kurze Mail an antje.hammer@bvkj.de.