Neues aus den Projekten und wissenschaftlichen Kooperationen
Projekte in der Geschäftsstelle
Praxisnahe Handlungsempfehlungen zur Anwendung und Zubereitung von Medikamenten bei Kindern – PHArMKid.
Rund 600 Kinder- und Jugendärzt*innen, ca. 500 Apotheker*innen sowie ca. 500 Eltern/Angehörige wurden im Herbst 2024 in die Datenerhebung eingeschlossen und gaben wertvolle Einblicke in ihren Arbeits- und Lebensalltag. Das Projektkonsortium hat die Rückmeldungen inzwischen vollständig quantitativ und qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die zentralen Herausforderungen über alle Interessensgruppen hinweg Lieferengpässe, das Fehlen kindgerechter Darreichungsformen und die häufig strukturbedingt erschwerte Zusammenarbeit an den Schnittstellen sind. Apotheker*innen äußerten zudem, dass das Fehlen standardisierter Informationen für Rezepturen problematisch sei. In der hohen Bürokratie bei Off-Label-Verordnungen und der Kostenübernahme durch die Krankenkassen sehen Kinder- und Jugendärzt*innen besondere Herausforderungen. Auch Apotheker*innen beklagen strenge gesetzliche Vorgaben für die Erstattung von Arzneimitteln, insbesondere bei der Entlassung aus dem Krankenhaus. Dies spiegelt auch die Sicht der Patient*innen wider, die die Versorgung an den Schnittstellen – wie dem Übergang von stationär zu ambulant – sowie die komplexe oder ausbleibende Erstattung von Medikamenten als problematisch ansehen. Die Ergebnisse werden wir in diesem Herbst auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung (22.–24.09.2025, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg) und auf dem DGKJ-Kongress für Kinder‑ und Jugendmedizin (24.–27.09.2025, Congress Center Leipzig, Leipzig) präsentieren. Wir freuen uns sehr darauf, Sie dort persönlich zu treffen – besuchen Sie uns am Poster, diskutieren Sie mit und erfahren Sie mehr über unsere praxisnahen Empfehlungen zur Medikamentenversorgung bei Kindern und Jugendlichen!
Externe Projekte und Kooperationen, die der Berufsverband unterstützt
Kleiner Nachtrag aus dem vom BMG geförderten Projekt “Ökologische Nachhaltigkeit im ambulanten Gesundheitswesen (ÖNaG)“: Wir hatten im letzten Newsletter bereits über die Veröffentlichung der ÖNaG-Leitfadens für ärztliche Praxen berichtet. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, aber die Leitfäden sind jetzt online auf der ÖNaG-Webseite verfügbar. Schauen Sie mal rein!
Forschungsprojekt zu „Medizinische Ernährungsbildung“ (MedEB)
Wir suchen SIE! Kinder- und Jugendärzt*innen und Hebammen sind in den Praxen – gemeinsam mit den kooperierenden Gesundheitsfachberufen – häufig die ersten Ansprechpartner*innen bei Ernährungsfragen rund um Kinder. Das Forschungsprojekt „Medizinische Ernährungsbildung“ (MedEB) untersucht die Erfahrungen mit dem Ernährungswissen und der Ernährungskompetenz von Kinder- und Jugendärzt*innen und Hebammen mithilfe eines Online-Fragebogens.
Da es uns dabei auch um aktuelle Rahmenbedingungen sowie konkrete Barrieren und Fördermöglichkeiten geht, suchen wir Mitarbeitende aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedizin: Hebammen, Stillberater*innen, Kinder- und Jugendärzt*innen, Pflegefachpersonen, Praxispersonal. Ihre Erfahrung zählt! Weitere Informationen und den Link zur Teilnahme finden Sie hier.
Wir danken den bisher 375 Teilnehmenden, die sich beteiligt haben – und freuen uns über jede*n weitere*n Teilnehmer*in. Wenn Sie bisher noch nicht die Gelegenheit hatten: Beteiligen Sie sich gerne jetzt! Ihre Antworten auf unseren Online-Fragebogen, der etwa 20-25 Minuten in Anspruch nimmt, sind von großem Wert. Sie helfen, effektive Ansätze zur Förderung der Ernährungsbildung zu identifizieren – und damit Sie zukünftig im Praxisalltag zu unterstützen.
Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft liegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).