Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

26.10.2018

Rauchverbot in Autos mit Kindern 

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßt die Forderung der Bundesärztekammer. BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: "Die gesamte Ärzteschaft tritt für ein Rauchverbot ein. Politik sollte auf die Experten hören und das Rauchen im Auto mit Kindern so schnell wie möglich verbieten!"

Nach jahrelangem Engagement von Wissenschaftlern und Ärzten ist ein Rauchverbot in Autos mit Kindern in greifbare Nähe gerückt. Die Gesundheitsminis­terkonferenz der Länder (GMK) hat sich in einem Umlaufbeschluss für ein bundesweites Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen und Schwangeren ausgesprochen. In der Ärzteschaft und bei anderen Akteuren hat diese Initiative große Zustimmung gefunden. Rudolf Henke, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), mahnte, nun sei die Bundesregierung am Zug zügig ein Rauchverbot umzusetzen, um Ungeborene und Kinder besser als heute vor den schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden durch Passivrauchen zu schützen.

BVKJ-Bundespressesprecher Dr. Hermann Josef Kahl: "Als Kinder- und Jugendärzte kämpfen wir schon lange dafür, dass das Rauchen im Auto verboten wird, wenn Minderjährige mitfahren. Kinder haben ein Recht, vor den massiven Gesundheitsgefahren des Passivrauchens geschützt zu werden. Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums haben ergeben, dass die Giftstoffbelastung durch Rauchen im Auto extrem hoch ist und selbst bei leicht geöffnetem Fenster die Konzentration mancher toxischer Partikel teils fünfmal so hoch ist wie in einer durchschnittlichen Raucherkneipe. 

Tabakrauchbelastete Kleinkinder haben gegenüber unbelasteten Kindern ein um 50 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko, an Infektionen der unteren Atemwege, an Asthma, Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken. Daneben kann Passivrauchen bei Kleinkindern zu Mittelohrentzündungen führen. Ferner leidet bei den Kindern der Geruchssinn, Herz und Kreislauf sind weniger leistungsfähig. Auch das Risiko, an plötzlichem Kindstod zu sterben, wird durch Passivrauchen deutlich erhöht. Deshalb müssen Ungeborene und Kleinkinder, aber auch größere Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden.

Viele europäische Länder schützen Kinder und Jugendliche in Fahrzeugen bereits durch gesetzliche Rauchverbote und Geldstrafen bei Zuwiderhandlung, beispielsweise Frankreich, Finnland, Großbritannien, Griechenland, Zypern, Italien und Österreich. Ein Rauchverbot in Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren, befürworten hierzulande nach Ergebnissen des Gesundheitsmonitors 2014 rund 87 Prozent der Bevölkerung. Die Politik rennt also offene Türen ein, wenn sie jetzt zügig handelt. Eine Expertise des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages kam bereits im Oktober 2015 zu dem Ergebnis, dass ein Rauchverbot in Fahrzeugen mit dem Grundgesetz vereinbar ist." 

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach ergänzte: "So wichtig es ist, das Rauchen in Autos mit Kindern und Schwangeren zu verbieten, so wichtig ist aber auch die Prävention. Und dazu gehört auch ein Verbot von Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte. Je weniger Tabakprodukte sichtbar sind, desto weniger Menschen lassen sich zum Rauchen verführen." 

26. 10. 2018

Verantwortlich:

Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ)

Mielenforster Straße 2, 51069 Köln Tel:  0221/68909-0

Präsident:

Dr. Thomas Fischbach

Tel: 01626971409 

Pressesprecher:

Dr. med. Hermann Josef Kahl 

Tel: 01737388588?

Weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendgesundheit erhalten Sie unter www.kinderaerzte-im-netz.de