Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

09.11.2005

„Ich geh zur U! Und Du?“: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung etabliert Aktion zur Förderung von Früherkennungsuntersuchungen in über 60 sozialen Brennpunkten – Neuer Kooperationspartner ist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte

Unter dem Motto „Ich geh zur U! Und Du?“ fördert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern. Ziel der in diesem Jahr gestarteten Aktion ist es, dass möglichst viele Kinder die Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Dabei geht es vor allem um die Förderung der Untersuchungen U7, U8 und U9, die im Alter zwischen zwei und fünf Jahren erfolgen und bei denen die Teilnahme unbefriedigend ist. Schwerpunkt der Aktionen sind soziale Brennpunkte. Um die Aktion auf eine breite Basis zu stellen, bilden sich Netzwerke, in denen sich Kinder- und Jugendärzte, Kindergärten, Jugendämter, Gesundheitsämter und Quartiersmanager zusammenschließen. Die Eltern werden in den Kindergärten über Plakate und Infoflyer über die Aktionen informiert.

Jedes Kind, das an der U7, U8 oder U9 teilgenommen hat, erhält ein U-T-Shirt. Sobald alle Kinder eines Kindergartens ein T-Shirt erhalten haben, wird ein Foto gemacht und zur Teilnahme am Fotowettbewerb der BZgA zugeschickt. Aus den schönsten und kreativsten Fotos werden dann die Gewinner ermittelt.

Im ersten Halbjahr 2005 haben sich bereits 16 Netzwerke mit 89 Kindertagesstätten in sozialen Brennpunkten beteiligt. Mehr als 5.000 Kinder erhielten das Aktions-T-Shirt. 131 Fotos wurden der BZgA für den Fotowettbewerb eingereicht. Die Preisträger stehen nun fest: Der erste Preis geht nach Unna, NRW, der zweite nach Hamburg-Eimsbüttel und der dritte Preis nach Wolfen im Landkreis Bitterfeld, Sachsen-Anhalt.

„Kinder- und Jugendärzte sind die zentralen Ansprechpartner bei der Umsetzung dieser Aktion“, erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Deshalb freue ich mich, dass wir den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte als neuen Kooperationspartner gewinnen konnten. Der engagierte und fantasievolle Einsatz vieler Ärztinnen und Ärzte vor Ort hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Teilnehmerzahlen bei den U8 und U9 Untersuchungen um 16% gesteigert werden konnte, bei den ausländischen Eltern sogar um 31%.“

Dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gehören über 10.000 Mediziner aus Klinik, Praxis und öffentlichem Gesundheitsdienst an. Er setzt sich für die bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ein und viele seiner Mitglieder arbeiten bereits engagiert in den Aktions-Netzwerken mit. „Wir sind sehr gerne Kooperationspartner in diesem Projekt. Für jedes Kind sollte die Chance genutzt werden, die ihm durch die Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen ermöglicht wird. Deshalb unterstützen wir diese Aktion, nicht zuletzt auf Grund ihrer Bedeutung in sozialen Brennpunkten“, sagt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ.

Früherkennungsuntersuchungen durch den Kinder- und Jugendarzt - U1 bis U9 im Vorschulalter und J1 für 12- bis 14-Jährige - zählen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen. Sie dienen der Beurteilung der körperlichen und psychischen Entwicklung und der frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen und drohenden Behinderungen. Während Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U6 noch regelmäßig von den Eltern wahrgenommen werden, lässt die Teilnahme der Zwei- bis Fünfjährigen oft zu wünschen übrig. Vor allem Kinder aus Familien in schwierigen Lebenslagen und von Migranten nehmen seltener an der U7, U8 und U9 teil. So belegen verschiedene Studien, dass nur noch knapp zwei Drittel der Eltern die im Alter zwischen 2 und 5 Jahren anstehenden Untersuchungen durchführen lassen.

„Früherkennungsuntersuchungen sind eine wichtige Grundlage für die Gesundheitsförderung von Kindern. Alle Eltern sollten diese Chance für Ihre Kinder nutzen“, so Dr. Elisabeth Pott und Dr. Wolfram Hartmann.

Weitere Informationen unter

Materialien zur Aktion „Ich geh zur U! Und Du?“ können kostenlos unter folgender Adresse bestellt werden:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
51101 Köln
Fax: 0221-8992257
E-Mail: