Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

11.02.2015

"Dampfen" verbieten!

Der Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin (bvkj e. V.) erhält immer häufiger Anfragen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern zu den Risiken von E-Zigaretten und E-Shishas. Das sogenannte „Dampfen“ ist ein neuer Trend unter Jugendlichen, besonders auf Schulhöfen. Immerhin 20 Prozent dieser Jugendlichen, darunter besonders sehr junge Schülerinnen und Schüler, sind Neueinsteiger, also haben zuvor nicht geraucht.

Neben den unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken durch das „liquid“ auf Propylenglykolbasis und durch die zugesetzten Aromastoffe, neben der Erhöhung eines Asthmarisikos und der Entwicklung einer klassischen Nikotinabhängigkeit bei den nikotinhaltigen E-Zigaretten beunruhigt uns Kinder- und Jugendärzte dieser Trend zur oralen Überspielung von Unsicherheiten, der unsere jahrzehntelangen erfolgreichen Präventionsbemühungen bei der Reduktion des Tabakkonsums zunichte machen kann. Der Gebrauch von E-Zigaretten und E-Shishas ist auch ohne Wirkstoff eine psychologische Einübung in ein falsches Verhaltensmuster. Der BVKJ unterstützt daher das generelle Verbot von E-Zigaretten und E-Shishas für Minderjährige, gleich ob sie einen Wirkstoff enthalten oder nicht.

Schulen in der Pflicht

Was als Entwöhnungsbehandlung unter medizinischer Anleitung für erwachsene Niktotinsüchtige u. U. - auch hierfür bestehen wenig überzeugende Daten - ein Hilfsmittel sein kann, ist für Schülerinnen und Schüler katastrophal. Das sogenannte „Dampfen“ sollte auch ohne gesetzliche Regelungen von Schulkonferenzen aktiv im Lebensbereich von Schulkindern untersagt werden - auch den Erwachsenen. Denn diese geben damit ein katastrophales Vorbild ab. Das Hausrecht reicht für ein Verbot aus, wir Kinder- und Jugendärzte unterstützen alle regionalen Bemühungen, Schulen als Lern- und Lebensort zu einem geschützten Raum mit viel Lebensfreude und ohne legale und illegale Drogen zu machen.

Berlin, 11.2.2015