Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

Autismus entsteht nicht durch Impfungen! Masern sind nicht harmlos!
Kommentare des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Deutschland
zum Kinofilm „Vaxxed“, 25.04.2017

Kinder- und Jugendärzte: Kinderohren vor Lärm schützen

Stellungnahme der kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG), 24.03.2017

Stellungnahme BVKJ GKV Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz  (09.03.17)

Stellungnahme BVKJ GKV Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz

Stellungnahme des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e. V. zum Entwurf eines Bundesteilhabegesetzes

Petition für die Einsetzung einer/eines Kinderbeauftragten des Bundestages - Petition 57180

Cannabis - Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und
Beatmungsmedizin e.V. (DGP)

Fachstellungnahme zur Gefahr des Konsums von elektronischen Zigaretten im Namen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und des Berufsverbandes der Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin bvkj e.V. 

Hauptsache "irgendwie" pflegen? - Kinderkrankenpflege soll abgeschafft werden

Pädiatrische Gesundheitsversorgung von minderjährigen Flüchtlingen und Asylbewerbern

Empfehlungen zur infektiologischen Versorgung von Flüchtlingen im Kindes- und Jugendalter in Deutschland

Memorandum zur gesetzlichen Regulierung der E-Zigarette

Stellungnahme des BVKJ zum Gesetzentwurf zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung

Stellungnahme des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.) zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG)

Stellungnahme zum Entwurf des GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom 25.02.2015

Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) zur elektronischen Zigarette (E-Zigarette)

Aufruf zur Unterstützung der Petition der DAKJ für einen Kinder- und Jugendbeauftragten des Deutschen Bundestages!!!

Offener Brief an Bundestagsabgeordnete zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz / Kabinettsentwurf

Stellungnahme zur Osteopathie

Zukunft der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Umsetzung von Kinderrechten aus Sicht des BVKJ

Forderung des BVKJ zur Sicherung hoher Durchimpfungsraten

Wünsche an die Politik

1.GKV:

  • Sicherung und Stärkung der haus- und fachärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen (auch im Rahmen von Selektivverträgen nach § 73 SGB V) unabhängig von ihrem Versicherten- und Aufenthaltsstatus durch entsprechend weitergebildete Kinder- und Jugendärzte im ambulanten Versorgungsbereich und Erhalt einer qualifizierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen durch Sicherung von Kinderkliniken und eigenständigen Kinderabteilungen, sowie Förderung der Weiterbildung nicht nur in der Klinik, sondern auch in der Praxis (durch entsprechende Förderung wie bei der Allgemeinmedizin) und ÖGD
  • Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten und primären Prävention für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr durch entsprechende Änderung im SGB V (§ 26) und Anpassung der Inhalte der Untersuchungen an die aktuelle Entwicklung mit neuen Morbiditäten (Vorschläge der Ärzteseite im Unterausschuss Prävention des G-BA)
  • Nationales Impfkonzept mit dem Nachweis vollständiger Impfungen gemäß den aktuellen Empfehlungen der STIKO vor Aufnahme in vorwiegend öffentlich finanzierte Gemeinschaftseinrichtungen
  • Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen im neu zu gestaltenden Präventionsgesetz, dabei insbesondere Unterstützung zielgruppenspezifischer Präventionsansätze (bei Kindern und Familien in relativer Armut und Migranten)
  • Erhalt einheitlicher KVen und keine Zersplitterung in Haus- und Facharzt-KV
  • Übernahme der Kosten für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente (OTC-Präparate) mit nachgewiesener Wirksamkeit bis zum vollendeten 18. Lebensjahr durch entsprechende Änderung im SGB V (§ 34)
  • Abschaffung unsinniger Budgetregelungen bei Arznei- und Heilmitteln
  • Beibehaltung und Stärkung des jugendmedizinischen Dienstes im ÖGD (Reihenuntersuchungen, aufsuchende Gesundheitsfürsorge, gesundheitliche Beratung und Betreuung von Kindertageseinrichtungen und Schulen)
  • Anpassung der GOÄ an die medizinische Entwicklung

 

2. Sozial- und Familienpolitik:

  • Stärkung von Erziehungs- und Bildungsaufgaben im vorschulischen Bereich durch verbesserte quantitative und qualitative Ausstattung der Kinderbetreuungseinrichtungen, da die Medizin immer wieder mit Entwicklungsauffälligkeiten von Kindern konfrontiert wird, die ihren Ursprung in pädagogischen Defiziten im häuslichen Bereich haben (Stichwort: Medikalisierung)
  • enge interdisziplinäre Netzwerke zur Früherkennung und Vermeidung von Kindesmisshandlung und –vernachlässigung, wobei verpflichtende Früherkennungsuntersuchungen und ein Ausbau sowie eine inhaltliche Neugestaltung des bestehenden Früherkennungsprogramms ein Teil dieses Präventionsnetzes ist
  • Bessere Verzahnung von Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen und Finanzierung der Netzwerkarbeit und der Leistungen der Kinder- und Jugendärzte im Bereich der primären Prävention
  • Wirksame Bekämpfung von legalen und illegalen Drogen in allen öffentlichen Bereichen (z.B. Verbot von Tabak- und Alkoholkonsum in den Schulen und Kindergärten, Rauchverbot im Auto bei mitfahrenden Kindern, keine Tolerierung von Cannabis, intensivierte Aufklärungsmaßnahmen usw.)
  • Umsetzung der Resolution aller Parteien im Deutschen Bundestag vom 25.06.2002, in der gefordert wird, die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu sichern und zu verbessern
  • Verbot von höchst unfallträchtigen Lauflernhilfen für Kleinstkinder
  • Wirksamer Schutz von Kindern vor den negativen Einflüssen übermäßigen Fernseh- und Medienkonsums
  • Wirksame Präventionskonzepte zur Vermeidung der Adipositas mit all ihren schwerwiegenden Folgen durch Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung im Alltag der Kinder und Jugendlichen

 

Stellungnahme zur gesundheitspolitischen Situation

Die Reform des Gesundheitswesens in Deutschland gehört zu den wichtigsten Aufgaben der großen Koalition.

Die Probleme der Krankenhäuser und der unzumutbaren Belastung der Krankenhausärzte sind inzwischen öffentlich bekannt und weitgehend verstanden worden. Die Probleme der ambulanten ärztlichen Versorgung und die für viele nicht mehr nachvollziehbare Finanzierung dieses Versorgungssektors, der die Hauptlast der Versorgung der Menschen in Deutschland trägt, werden immer wieder verdrängt oder in ihrer Bedeutung unterschätzt.

Ändert sich hier auch in dieser Legislaturperiode nichts Wesentliches, wird die hoch qualifizierte und in Europa einmalige ambulante haus- und fachärztliche Medizin in Deutschland zusammenbrechen. Der Sicherstellungsauftrag, den die Politik der Selbstverwaltung übertragen hat, ist bereits heute nicht mehr zu gewährleisten.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sind frustriert und vielfach demotiviert. Die Rahmenbedingungen haben sich durch eine indiskutable Zunahme von Bürokratie und Gängelungen dermaßen verschlechtert, dass Ärzte ins Ausland abwandern oder sich andere Tätigkeitsfelder suchen. Nicht nur in den neuen Bundesländern ist es bereits zu Versorgungsengpässen gekommen, auch in den alten Bundesländern wird eine flächendeckende ambulante Versorgung innerhalb der nächsten 10 Jahre schon nicht mehr zu gewährleisten sein.

Deshalb muss die neue Bundesregierung rasch und nachhaltig handeln.

Ärztliche Leistungen müssen bundesweit gleich und in Euro bezahlt werden. Eine Bezahlung in Punkten mit floatenden Punktwerten, die teilweise weit unter der betriebswirtschaftlich berechneten und von den Krankenkassen mitgetragenen Punktwertgrenze von 10,27 Cent liegen, ist nicht mehr haltbar. Das Erkrankungsrisiko der Bevölkerung haben die Krankenkassen zu tragen, nicht die Vertragsärzte.

Die Kassen müssen für alle versicherten Personen bundesweit den gleichen Betrag zur Verteilung auszahlen oder zur korrekten Kostenerstattung übergehen. Dies wäre transparent und entspräche den Vergütungen für alle anderen Dienstleistungen.

Im Gegensatz zu den niedergelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzten erhalten alle anderen Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen (Apotheker, Heilmittelerbringer, Krankenhäuser, Anbieter von Hilfsmitteln usw.) feste Euro-Beträge für ihre Leistungen, wenn auch teilweise mit von den Kassen erzwungenen Rabatten. Ein Arzneimittel kostet in Bayern das Gleiche wie in Mecklenburg-Vorpommern, der Arzt in Mecklenburg-Vorpommern erhält für die gleiche Leistung wie der Arzt in Bayern eine um ca. 30% niedrigere Vergütung, wobei auch diese Vergütung teilweise nicht kostendeckend ist.

Für Überschreitungen der überholten und nicht das tatsächliche Krankheitsgeschehen widerspiegelnde Budgetgrenzen für Arzneimittel und Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie) werden die verordnenden Vertragsärztinnen und –ärzte in Regress genommen. Auch dies trifft keine andere Berufsgruppe im Gesundheitswesen.

Das Herunterbrechen der privatärztlichen Honorare auf das unsichere und nicht kostendeckende Niveau der gesetzlichen Krankenkassen löst zwar Kostenprobleme der Beihilfe für Beamte und entlastet so die öffentlichen Haushalte, entzieht aber dem ambulanten und stationären Versorgungsbereich Mittel, die derzeit dazu beitragen, das Gesundheitssystem noch am Leben zu erhalten. Ein solches System ist nur dann akzeptabel, wenn in allen Bereichen der Krankenversorgung und Gesundheitsvorsorge kostendeckende Honorare gezahlt werden und den Patienten erlaubt wird, sich für über die medizinische Grundversorgung hinausgehende Leistungen sowohl im ambulanten wie im stationären Versorgungsbereich freiwillig zusätzlich zu versichern.

Es ist Aufgabe der großen Koalition, eine nachhaltige Lösung für dieses Problem zu finden, denn wir alle wollen doch eine auf hohem Niveau stehende bestmögliche ambulante und stationäre Versorgung für alle Menschen, unabhängig von ihren wirtschaftlichen Verhältnissen und vom Alter. Die Koppelung von Krankenkassenbeiträgen an eine versicherungspflichtige Tätigkeit ist seit Jahren überholt.