Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) äußert große Besorgnis über die jüngsten Entwicklungen in den USA, wo die Zahl der empfohlenen Kinderimpfungen drastisch reduziert werden soll. Der Verband betont nachdrücklich: der unwissenschaftliche Angriff auf Schutzimpfungen gefährdet die Gesundheit von Kindern über die USA hinaus.
Das US-Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, die Zahl der empfohlenen Schutzimpfungen für Kinder von bislang 17 auf 11 reduzieren zu wollen. Nach Überzeugung des BVKJ handelt es sich dabei um eine Entscheidung, die wissenschaftlich teilweise nicht zu begründen ist.
Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ, betont: „Wir beobachten mit großer Sorge, dass politische Entscheidungen zunehmend in medizinische Empfehlungen eingreifen. Impfungen dürfen nicht nach politischen Mehrheiten bewertet werden, sondern nach evidenzbasierten Kriterien, die über Jahrzehnte hinweg Krankheiten verhindert und Leben gerettet haben. Jede Streichung von empfohlenen Impfungen gefährdet die Gesundheit von Kindern sowie die öffentliche Gesundheit insgesamt.“
Der Berufsverband warnt ausdrücklich davor, wissenschaftlich fundierte Impfempfehlungen ohne medizinische Grundlage infrage zu stellen oder zurückzunehmen. „Solche Entscheidungen können weitreichende Folgen haben“, so Hubmann weiter. „Infektionskrankheiten machen nicht an Landesgrenzen halt. Sinkende Impfquoten in einem Land können langfristig auch andere Regionen betreffen – auch Europa und Deutschland.“