Politik & Presse
18.11.2022 Pressemitteilung Berlin/Köln

Gemeinsame PM von DGKJ, DGPI und BVKJ zum Beschluss der STIKO zur 23. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 17.11.2022

Gemeinsame PM von DGKJ, DGPI und BVKJ zum Beschluss der STIKO zur 23. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 17.11.2022

Mit der Zulassung der mRNA-Impfstoffe für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren steht auch für diese Altersgruppe erfreulicherweise ein Impfstoff zur Verfügung. Nach sorgfältiger Auswertung der zur Verfügung stehenden Daten hat die STIKO nun ihre COVID-19-Impfempfehlungen aktualisiert. Eine Impfempfehlung wird bei Kindern der o.g. Altersgruppe mit Vorerkrankungen aufgrund eines annehmbar erhöhten Risikos für einen schweren COVID-19-Verlauf ausgesprochen. Weiterhin kann – so die STIKO – im Rahmen einer individuellen Risikoabschätzung eine Immunisierung empfohlen werden, wenn sich in deren Umfeld Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht besteht, dass die Impfung nicht zu einem ausreichenden Schutz führt.

Auch für die Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren wird die Empfehlung entsprechend relativiert. Bisher war für sie eine vollständige Impfung zum Fremdschutz von Personen mit erhöhtem Risiko im Umfeld empfohlen. Die STIKO rät weiterhin in dieser Altersgruppe zu einer Impfstoffdosis unabhängig von durchgemachten SARS-CoV-2-Infektionen zum Aufbau einer Basisimmunität. Auch hier sollte nach individueller Abwägung entschieden werden, ob eine vollständige Impfung durchgeführt werden sollte. Begründet wird dies damit, dass der Schutz vor Weitergabe des Virus zeitlich sehr begrenzt ist.
Eine allgemeine Impfempfehlung einer vollständigen Impfung bei gesunden Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren wird nicht ausgesprochen.

Die DGKJ, DGPI und der BVKJ unterstützen die aktualisierten Empfehlungen der STIKO mit allem Nachdruck.

In der Bewertung der relevanten Vorerkrankungen möchten wir allerdings darauf hinweisen, dass der Risikofaktor „Frühgeburtlichkeit bei Kindern im Alter < 2 Jahren“ zu weit gefasst erscheint. Etwa 10% aller Kinder in Deutschland werden „zu früh“, d.h. vor Vollendung von 37 Schwangerschaftswochen geboren. Ein relevant erhöhtes Risiko ergibt sich in Ergänzung zu den weiteren, von der STIKO beschriebenen Risikofaktoren allerdings annehmbar nur für sehr unreife Frühgeborene (< 32. Schwangerschaftswoche) und Frühgeborene mit schweren Lungenerkrankungen.

Zur aktuellen STIKO-Empfehlung:
RKI - Epidemiologisches Bulletin - Epidemiologisches Bulletin 46/2022

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ)

Telefon: 0221/68909-0 E-Mail: bvkj.buero@uminfo.de