Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

09.12.2019

"Werbung für Nikotinprodukte endlich verbieten!"

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.) fordert ein umfassendes Tabakwerbeverbot. Werbung für Zigaretten und auch E-Zigaretten sollte weder im Kino noch auf Plakaten erlaubt sein, die Politik müsse endlich handeln, so BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach heute in Berlin: "Wir sind das letzte Land in der EU, in dem immer noch kein vollständiges Tabakwerbeverbot existiert. Seit Jahren schiebt die Politik das Thema vor sich hin und scheut sich vor einer klaren Regelung. Und dies, obwohl sich das Parlament schon vor 15 Jahren gegenüber der WHO verpflichtet hat, bis spätestens 2010 ein umfassendes Verbot aller Formen der Tabakwerbung zu erlassen. Wir finden das schändlich. Die Interessen der Tabakindustrie dürfen nicht wichtiger genommen werden als die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger!

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko: Jedes Jahr sterben in Deutschland über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Fast alle Raucher beginnen im Kinder- und Jugendalter und kommen dann kaum noch von ihrer Sucht los. Und jeder weiß, dass vor allem Jugendliche anfällig sind für die Klischeebilder der Werbung. Kanzlerin Angela Merkel hat bereits 2007 den Kampf gegen das Rauchen zur Chefsache erklärt, passiert ist seitdem zu wenig. Zu den herkömmlichen Zigaretten sind seitdem sogar noch die E-Zigaretten gekommen, die mit coolem Design, verführerischen Farben und Aromen und besonders aggressiver Außen- und Kinowerbung vermarktet werden.

235 Millionen Euro gibt die Industrie jährlich für Tabakwerbung aus, ganze zwei Millionen Euro der Bund für Rauchprävention. Auf 1 Euro für gesundheitliche Aufklärung kommen also 117 Euro für Tabakwerbung. Angesichts dieser Zahlen ist klar, dass Kampagnen und Aufklärungsmaßnahmen kaum Chancen haben. Ohne ein umfassendes Tabakwerbeverbot wie in allen anderen EU-Ländern werden wir den Kampf gegen das Rauchen nie gewinnen. Ausnahmen etwa für E-Zigaretten darf es nicht geben. Denn diese sind ebenfalls gesundheitsschädlich. Das Aerosol von E-Zigaretten enthält entzündungsfördernde, reizende und sogar krebserregende Substanzen. Dazu Nikotin, das eine körperliche und psychische Abhängigkeit verursacht. Im Tierversuch löst es Gefäßveränderungen aus. Es wirkt fruchtschädigend und fördert das Wachstum von bestehenden Tumoren. Das Bundesinstitut für Risikoforschung und das Deutsche Krebszentrum warnen deshalb davor, das Gefahrenpotenzial von E-Zigaretten zu unterschätzen. Für viele Jugendliche sind E-Zigaretten der Einstieg ins Rauchen. Studien zeigen: Jugendliche, die schon mal eine E-Zigarette probiert haben, haben ein doppelt so hohes Risiko, später auch zur Tabakzigarette zu greifen.

57 Prozent der Bundesbürger unterstützen ein vollständiges Werbeverbot für E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte. Auch die Konsumenten. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Universität Düsseldorf hervor. Die Bundesregierung hat also die Menschen in unserem Lande auf ihrer Seite, wenn sie sich endlich gegen die Industrie durchsetzt."

 

 

Berlin/Köln, 9.12.2019

 

 

Verantwortlich:

Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ)

Mielenforster Straße 2, 51069 Köln Tel:  0221/68909-0

 

Präsident:

Dr. Thomas Fischbach

 

 

Weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendgesundheit erhalten Sie unter

www.kinderaerzte-im-netz.de