Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

30.07.2007

Was kommt in die Tüte? – Kinder- und Jugendärzte geben Tipps für die gesunde Schultüte

Die nordrheinischen Kinder- und Jugendärzte sehen mit Sorgen die wachsende Zahl übergewichtiger Schulanfänger in NRW.
Landesvorsitzender Dr. med. Thomas Fischbach: “Noch nie gab es so viele dicke ABC-Schützen in NRW wie in diesem Jahr. Mehr als jedes 10. Kind, das nächste Woche zum ersten Mal zur Schule geht, trägt außer seinem Tornister mehrere Kilo Übergewicht mit sich herum.“
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte appelliert daher an die Eltern: “Nehmen Sie den Schulbeginn zum Anlass, die Ernährung Ihrer Familie gesünder zu gestalten. Beginnen Sie mit der Schultüte. Eine bis an den Rand mit Schokolade und Bonbons gefüllte Schultüte ist schädlich für Ihr Kind. Packen Sie wenige Lieblingssüßigkeiten Ihres Kindes ein und ergänzen Sie sie mit Obst, Studentenfutter, zuckerfreiem Kaugummi und kleinen Überraschungen wie witzigen Radiergummis oder Anspitzern, glitzernden Aufklebern, bunten Stiften, vielleicht mit einem Buch für Leseanfänger und einer gut schließenden Trinkflasche mit der passenden Brotbox für die Pause.”

Für den Schulalltag gilt dann: Jeden Tag ein nicht zu kalorienreiches, leichtes Schulfrühstück. Vollkornbrot mit Wurst oder Käse sowie Obst und Gemüse sind gut für die Zähne, machen nicht dick und geben Kraft für den ganzen Tag. Süße Joghurts und Quarkspeisen, Schoko- und Müsliriegel sind als Pausensnack nicht geeignet, weil sie viel zu viel Zucker enthalten.
Dr. med. Thomas Fischbach: Lassen Sie sich nicht von der Werbung für dumm verkaufen. Auch wenn auf den Packungen mit Vitaminen und anderen wertvollen Nährstoffen geworben wird – Hauptbestandteile dieser Nahrungsmittel sind Zucker und Fett. Ihre Kinder werden davon dick und krank.“

An die Adresse der Politik gerichtet sagte Fischbach: “Lassen Sie die Eltern in ihren Bemühungen um eine gesunde Ernährung nicht allein. Führen Sie endlich ein einfaches Kennzeichnungssystem für Nahrungsmittel ein, das alle Menschen verstehen, am besten eine “Ampel-Kennzeichnung” wie in Großbritannien.

Übergewicht haben besonders viele Kinder aus sozial benachteiligten Familien, häufig auch aus Familien mit Migrationshintergrund. Gerade für diese Kinder und ihre Eltern ist ein “kinderleichtes” Kennzeichnungssystem wichtig. Ungesunde Produkte bekommen einen roten Punkt, Gesunde einen grünen und Grenzwertige einen gelben. Wenn dann im Einkaufswagen nur noch rote Punkte leuchten, verstehen Eltern und Kinder sofort, dass sie sich stärker um eine ausgewogene Ernährung bemühen müssen.

Info für die Redaktion:
Für Rückfragen steht Ihnen der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. med. Thomas Fischbach telefonisch unter 0212/311615 zur Verfügung.

Pressestelle:
Dr. med. Sylvia Schuster
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