Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

07.09.2006

Statement von Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.) zum 15. bundesweiten Tag der Zahngesundheit

Die Zahngesundheit von Kindern in Deutschland hat sich in den letzten Jahren merklich verbessert. Immer weniger Kinder leiden unter Karies und Zahnfehlstellungen. Maßgebliche Ursache dieser erfreulichen Entwicklung sind die verbesserte Information und Anleitung zur Zahnpflege, die Kinder- und Jugendärzte den Eltern im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen während der ersten beiden Lebensjahre geben, die von über 90% aller Berechtigten in Anspruch genommen werden.

Bei den Früherkennungsuntersuchungen inspiziert der Kinder- und Jugendarzt lange vor dem ersten Zahnarztbesuch des Kindes die Mundhöhle und beurteilt die Kieferentwicklung. Gleichzeitig erhalten die Eltern Tipps für die gesunde Ernährung und für die Mundhygiene ihrer Kinder und werden ausführlich über die Notwendigkeit von Fluoridgaben aufgeklärt, die der Zahnschmelzhärtung und damit Kariesvorbeugung dienen. Durch diese Maßnahmen bleiben vielen Kindern unangenehme, langwierige und teure Zahn-, Kiefer- und Sprachheilbehandlungen erspart.

Der heute sichtbare Erfolg der kinder- und jugendärztlichen Zahngesundheits-Vorsorge darf jedoch kein Grund sein, zufrieden zu sein. Im Gegenteil. Er muss Ansporn sein, die Vorbeugung weiter auszubauen. Um möglichst alle Kinder in Deutschland zahngesund aufwachsen zu lassen, müssen wir im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen noch mehr als bisher die Eltern zur Mitarbeit gewinnen. Sie legen bei ihren Kindern auch mit ihrem persönlichen Beispiel den Grundstein für gesunde Zähne bis ins hohe Alter, indem sie die Kinderzähne konsequent ab dem ersten Zahn pflegen und für eine gesunde Ernährung sorgen.

Besonders wichtig dabei:

  • Fluorid in Form von Tabletten oder Tropfen zur Schmelzhärtung. Fluoridhaltige Zahnpasten sind nach Auffassung der Kinder- und Jugendärzte in den ersten drei Lebensjahren keine Alternative, da bei Verwendung dieser Zahnpasten die Dosis von aufgenommenem Fluorid zu ungenau und potentiell gefährlich hoch sein kann.
  • Gesunde Ernährung mit längeren Pausen zwischen den Mahlzeiten.
  • Altersgerechte Gewöhnung an Zahn- und Mundpflege.
  • Verzicht auf Schnuller und Nuckelflasche. Selbst wenn die Nuckelflasche nur Wasser oder ungesüßte Flüssigkeiten enthält, schadet das Dauernuckeln den Zähnen. Karies entsteht, die Zähne bekommen Löcher.
    Verzicht auf gezuckerte Beigaben und Süßigkeiten.


Eine kritische Zeit für die Zahngesundheit ist das Alter zwischen 12 und 15 Jahren, wenn junge Menschen zunehmend selbst die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen und wenn gleichzeitig riskante Lebensstile an Attraktivität gewinnen. Hier leisten Kinder- und Jugendärzte im Rahmen der Jugendgesundheitsuntersuchung bereits einen wichtigen Beitrag zur Krankheitsvorbeugung und -früherkennung. So ist die Beratung zu gesundheitsrelevanten Themen wie Ernährung, Sexualität und Sucht heute schon fester Bestandteil dieser Vorsorgeuntersuchungen. In diesem Zusammenhang sollte mit den Jugendlichen auch intensiv über Zahngesundheit gesprochen werden. So sollten Kinder- und Jugendärzte jugendliche Patienten künftig ausführlicher als bisher über die Folgen falscher Ernährung und Nikotinmissbrauchs für die Gesundheit ihrer Zähne, des Zahnfleisches und Kiefers aufklären und gleichzeitig die Bedeutung gepflegter und intakter Zähne für ihr soziales Leben hervorheben. Dass eine solche Erweiterung der kinder- und jugendärztlichen Beratungsleistung durch die Krankenkassen entsprechend honoriert werden muss, versteht sich von selbst.

Anmerkung für die Redaktionen:
Bei Nachfragen steht Ihnen
Dr. med. Wolfram Hartmann,
Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zur Verfügung unter
Fon: 02732/762900, Fax: 02732/86685
E-Mail:
dr.w.hartmann-kreuztal@t-online.de oder dr.wolfram.hartmann@uminfo.de

Verantwortlich:
Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte
Mielenforster Straße 2
51069 Köln
Tel: 0221/68909-0

Pressesprecherin:
Dr. med. Gunhild Kilian-Kornell