Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

22.04.2008

Pressemitteilung
des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), LV Nordrhein - Allergien: Vorsicht vor Etagenwechsel

Das Kind niest und hustet, die Nase läuft, die Augen sind rot. Was wie ein Schnupfen aussieht, kann eine Allergie sein, die gerade jetzt, wo es wärmer wird, ausbricht. Darauf weisen die nordrheinischen Kinder- und Jugendärzte hin. Auslöser der Allergien sind herum fliegende Pflanzenpollen.
„Mehr als jedes dritte Kind in Deutschland trägt die Anlage zu allergischen Erkrankungen in sich. Tendenz: steigend. Die angeborene Neigung zu Allergien muss jedoch nicht zum Ausbruch von Symptomen führen. Neuere Studien zeigen, dass Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma durch richtiges Vorbeugen verhindert oder zumindest abgemildert werden können. Jahrelanges Leiden und oft lebenslanger Einsatz von Medikamenten müssen nicht sein, wenn Eltern ihre Kinder rechtzeitig dem Kinder- und Jugendarzt vorstellen,“ so Dr. Josef Kahl, Sprecher der nordrheinischen Kinder- und Jugendärzte. „Wirksame Hilfe beginnt mit einer gründlichen Diagnose beim Kinder- und Jugendarzt. Eltern die selbst unter Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis leiden oder die bereits Kinder mit diesen Erkrankungen haben, sollten dies so früh wie möglich dem Kinder- und Jugendarzt sagen, denn die Mehrzahl der Risikokinder wird über die Familienanamnese erfasst. Entdeckt der Kinder- und Jugendarzt durch die Angaben der Eltern und durch Tests eine allergene Neigung, können die Eltern zusammen mit dem Kinder- und Jugendarzt dem Ausbruch der Krankheit gezielt entgegenwirken.“

Vorbeugen durch richtige Ernährung
„Risikokinder sollten während der ersten vier bis sechs Lebensmonate voll gestillt werden,“ rät Dr. Josef Kahl, „ob die Mutter dabei auf stark allergene Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Fisch, Hühnerei, Nüsse und Weizen verzichten soll, ist noch nicht geklärt.“ Mütter, die nicht stillen, können ihre Kinder im ersten halben Jahr mit spezieller Milch füttern.
Beikost ist für Risikokinder erst ab dem sechsten Lebensmonat geeignet. Im ersten Lebensjahr darf sie darüber hinaus nicht die oben genannten allergenen Nahrungsmittel enthalten. Auch auf große Abwechslung im Speiseplan sollte verzichtet werden. Mehr als vier verschiedene Nahrungsmittel können schädlich sein.

Vorbeugen im Haus
Tabakrauch gehört zu den gefährlichsten Stoffen, die Allergien auslösen. Wo sich Kinder, insbesondere Risikokinder aufhalten, darf auf keinen Fall geraucht werden, warnen die Kinder- und Jugendärzte.
Hausstaubmilben, Haustiere und eventuell Schimmelpilze tragen ebenfalls bei Kindern zur Entstehung von Allergien bei. Gegen Hausstaubmilben, die sich in Matratzen tummeln, hilft das „Encasing“ der Matratzen mit speziellen Bettbezügen, häufiges Wechseln der Bettwäsche, häufiges feuchtes Staubwischen und Verzicht auf Teppiche und Teppichböden. Ist die Wohnung mit Teppichboden ausgestattet, ist regelmäßiges Staubsaugen wichtig. Dabei sollte sich das allergiegefährdete Kind nicht im selben Raum aufhalten. Zusätzlich sinnvoll ist es, vor allem in den Schlafräumen die Luft zu befeuchten und die Temperatur abzusenken.
Topfpflanzen können Schimmelpilze enthalten und gehören daher zumindest nicht ins Schlafzimmer.
Auch wenn Kinder sich nichts sehnlicher wünschen als ein Haustier: Haustiere können Allergien auslösen und dürfen daher zumindest nicht ins Schlafzimmer.

Vorbeugen durch Desensibilisierung
Akute Anfälle von Allergien, wie sie jetzt im Frühjahr häufig sind, kann der Kinder- und Jugendarzt mit Medikamenten abmildern, so dass sich die Allergie nicht verschlimmert. Gegen Ende des Jahres kann mit einer Desensibilisierung begonnen werden.

Düsseldorf, April 2008

Info für die Redaktion:
Für Rückfragen steht Ihnen der Pressesprecher des BVKJ LV Nordrhein,
Dr. med. Hermann-Josef Kahl telefonisch unter 0211/672403 zur Verfügung.