Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

15.10.2007

Presseerklärung zum 35. Herbst-Seminar-Kongress Bad Orb des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Deutschland (BVKJ)
Prof. Dr. med. Stefan Wirth, Wissenschafltiche Leitung

Der diesjährige Herbst-Seminar-Kongress, in der langen Tradition nunmehr die 35. Veranstaltung dieser Art, steht unter dem Motto „Update – Kinder- und Jugendmedizin – Relevantes für die Praxis“.

Die medizinischen Kenntnisse entwickeln sich sehr rasch; kaum jemand kann die einzelnen Bereiche seines Fachgebietes im Ganzen überblicken. Auch in der Kinder- und Jugendmedizin hat sich die Spezialisierung durchgesetzt: es gibt mittlerweile 4 Schwerpunkte (Kinder-Onkologie, Kinder-Kardiologie, Neuropädiatrie, Neonatologie) und zahlreiche Zusatz-Weiterbildungen.

Die Behandlungsmöglichkeiten werden anspruchsvoller und differenzierter und vor allem der Kinder- und Jugendarzt in der Praxis läuft Gefahr, in dem einen oder anderen Teilgebiet ins Hintertreffen zu geraten, obliegt doch gerade ihm wie keinem anderen die Koordination und Führung der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen über viele Jahre.

Nach dem in den Fortbildungswochen der letzten Jahre ein Schwerpunkt unter anderem im Sozialpädiatrischen Bereich lag, haben wir uns dieses Jahr das Ziel gesetzt, somatische Krankheitsbilder zu behandeln und über den neuesten Stand zu informieren.

Die Tagung beginnt mit den Gebieten Lungenerkrankungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Der Umgang mit Asthma, eine im Kindes- und Jugendalter durchaus zunehmende und oft in der Konsequenz der Behandlung vernachlässigte Erkrankung ist ebenso wichtig, wie die chronische Lungenerkrankung bei ehemaligen Frühgeburten, die aufgrund ihrer Unreife Folgeschäden der Beatmung erlitten haben. Die Zöliakie ist ein weiteres Thema, eine Erkrankung, bei der eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Getreidearten besteht und die ihr Erscheinungsbild über die letzten 10 Jahre deutlich gewandelt hat. Ursache von immer wiederkehrenden Bauchschmerzen kann der zunehmende Fruchtzuckergenuss sein; auch zu diesem Thema gibt es einen Vortrag, um den Einfluss der sich ändernden Ernährungsgewohnheiten und Süßtechniken zu erläutern. Weitere Themen sind Nervenerkrankungen und Erkrankungen der Nieren und Harnwege sowie die Diskussion, ob bei Kindern mit einer Zuckerkrankheit eine intensivierte Spritzenbehandlung oder eine Insulinpumpe vorzuziehen sei.

Der Mittwoch ist dem Qualitätsmanagement gewidmet. Qualitätsmanagement ist auch in der Kinder- und Jugendpraxis ein wichtiges Thema. Abläufe werden standardisiert und überprüft, um Behandlungsrisiken und Fehlerquoten zu reduzieren. Dazu gehört auch das Wissen, wie die therapeutische Sicherheit für Kinderarzneimittel erhöht werden kann.

Ein weiteres Hauptthema ist das Kind und die Operation: Viele Disziplinen sind hier eingebunden, geht es um kinderchirurgische Eingriffe oder um die häufig umstrittene Mandelentfernung mit ihrem Nachblutungsrisiko.

Viele Operationen sind unvermeidlich, und so gehört zum Grundwissen, welche Voruntersuchungen notwendig sind und welche neuen Patienten schonenden Verfahren wie die „Schlüssellochtechnik“ Eingang in die Routine gefunden haben.

Zahlreiche Satelliten-Symposien runden das vielseitige Programm ab. Des Weiteren finden 30 Seminare statt, die sich praktisch mit dem gesamten Spektrum der Kinder- und Jugendmedizin befassen. Wie immer wird auch ein Impfthema aktualisiert und in einer Sitzung am Freitag, eingebettet in Themen zur Immunabwehr, stattfinden.
Nach einer arbeitsintensiven Woche kann der Kongressbesucher sicher sein, mit vielen neuen, „upgedateten“ Kenntnissen in der Praxis und Klinik weiter zu arbeiten.


Prof. Dr. med. Stefan Wirth
(Wissenschaftliche Leitung des Kongressess)
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
HELIOS Klinikum Wuppertal
Universität Witten-Herdecke

Dr. Antonio Pizzulli
Kinder- und Jugendarzt, Köln