Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

16.11.2018

Kinder- und Jugendärzte fordern Krankenkassen auf, Impfbereitschaft zu fördern

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: "Kassen tun zu wenig für die Gesundheitsförderung!"

    Krankenkassen betonen gerne, dass sie sich für die Gesundheitsförderung ihrer Versicherten einsetzen. Aus Sicht der Kinder- und Jugendärzte reicht das Engagement aber bei weitem nicht aus. Vor allem die Impfförderung betreiben die Kassen nur halbherzig, so BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: "Ob Masern, Humane Papillomviren oder Rotaviren - in Deutschland haben gefährliche Krankheitserreger weitgehend freie Bahn. Denn es wird zu selten, zu spät und mit großen regionalen Unterschieden geimpft, das zeigen die Daten des Robert Koch-Instituts. Bei der Masernausrottung ist Deutschland sogar das Schlusslicht in Europa, jedes Jahr kommt es vor allem in den Ballungsgebieten zu Masernepidemien. Das muss sich ändern und hier sehen wir die Krankenkassen in der Verantwortung. Sie müssen mehr Aufklärung betreiben, ihre Versicherten gezielter ansprechen. Das Geld dazu ist überreichlich vorhanden. Den Kassen geht es wirtschaftlich so gut wie nie."

    Auch die Politik muss nach Ansicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte das Impfen besser fördern. Dr. Thomas Fischbach: "Dem Gesundheitsminister fällt zum Impfen vor allem die Freigabe von Impfungen durch Apotheker ein. Doch die wahren Impfhindernisse in Deutschland sind Lieferengpässe, mangelnde Impf-Kommunikation, fehlende Gesundheitserziehung in Kitas und Grundschulen und mangelndes Einschreiten bei der Verbreitung von Unwahrheiten durch Impfgegner. Hier muss die Politik endlich handeln. Außerdem muss sie endlich dafür sorgen, dass der ÖGD personell und finanziell gestärkt wird, so dass Ärztinnen und Ärzte dort auch mehr impfen können.

    Und natürlich müssen wir Kinder- und Jugendärzte auch helfen, die Impfquoten zu verbessern. Bei der Impfberatung sind wir schon heute sehr gut. Allerdings wünschen wir uns hier auch eine bessere Vergütung - unabhängig davon, ob dann geimpft wird oder nicht. Wir müssen daran arbeiten, trotz voller Praxen unsere Impfkapazitäten auszuweiten. Dies kann nur über unsere Medizinischen Fachangestellten (früher: Arzthelferin) gelingen, die auch dafür ausgebildet sind. In einer BZgA Befragung bezüglich „Information zu Impfungen“ präferierten die Patienten zu 98 Prozent Arzt oder Ärztin und zu 90 Prozent Medizinische Fachangestellte als Verabreicher von Impfungen. Die Akzeptanz ist also da. Bisher nutzen die Praxen die Kompetenz der Medizinischen Fachangestellten aber noch zu wenig. Wir werden uns als Berufsverband dafür einsetzen, dass künftig in Kinder- und Jugendarztpraxen die Impfaufklärung durch den Arzt oder die Ärztin erfolgt, der "Piks" durch die Mitarbeiterin. Wir werden also auch dazu beitragen, in Deutschland endlich die Masern und andere impfpräventable Krankheiten auszurotten."

     

    Berlin/Köln, 16. November, 2018

     

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    Mielenforster Straße 2, 51069 Köln Tel:  0221/68909-0

     

     

    Präsident:

    Dr. Thomas Fischbach

    Tel: 01626971409

     

     

    Pressesprecher:

    Dr. med. Hermann Josef Kahl

    Tel: 01737388588.

     

     

     

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    www.kinderaerzte-im-netz.de