Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

20.05.2015

Kinder- und Jugendärzte erwarten konsequenteres Handeln zum Schutz von Kindern vor Misshandlung und Missbrauch

Die Zahl der misshandelten Kinder ist im letzten Jahr wieder gestiegen. Für den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ist dieser Anstieg ein Zeichen dafür, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen, insbesondere auch das Bundeskinderschutzgesetz, nicht im erwarteten Maße greifen.

 "Kinderschutz ist erschreckenderweise kaum mehr als ein Thema für Sonntagsreden. Das zeigen die fast wöchentlichen Medienberichte über prügelnde und misshandelnde Eltern, das zeigen die großen Skandale der letzten Zeit, von Kloster Ettal bis Edathy, und das zeigt nun erneut die aktuelle Kriminalstatistik. An öffentlicher Aufmerksamkeit fehlt es nicht, wohl aber an effektivem Schutz. Offenbar müssen sich die Täter vor der strafrechtlichen Verfolgung ihrer Verbrechen an Kindern kaum fürchten. Und auch unser Gesundheitswesen ist nicht ausreichend eingebunden, wenn es um den Schutz der Kinder geht," sagte heute in Köln Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. "Wir Kinder- und Jugendärzte fordern zum Schutz der Kinder vor Gewalt, eine bessere Verzahnung von Gesundheitswesen und Jugendhilfe. Wir müssen Strukturen schaffen, die Kinder gegen Gewalt schützen, uns gegenseitig umfassend informieren und in Netzwerken bundesweit zusammenarbeiten.  

Wir brauchen frühzeitige Hilfe für überforderte und gewalttätige Eltern durch flächendeckende Familienzentren sowie Kinderschutzambulanzen mit guter personeller und finanzieller Ausstattung. Dies gilt auch ganz besonders für den zunehmend ausgebluteten Öffentlichen Gesundheitsdienst. Hier sind insbesondere die Länder gefordert."

Köln, 20.05.2015