Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

01.12.2014

Kinder- und Jugendärzte distanzieren sich von Landesgesundheitsministerin Steffens

Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen „Zahnärztlichen Kinder-Untersuchungsheftes“ hat Ministerin Steffens gegenüber der Presse erklärt, dass die Kinder- und Jugendärzte die Eintragung der zahnärztlichen Vorsorgen kontrollieren und die Familien bei fehlendem Eintrag an das Jugendamt melden würden.

Hiervon distanzieren sich der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Dr. Thomas Fischbach, BVKJ-Landesvorsitzender Nordrhein, und Dr. Burkhard Lawrenz, BVKJ-Landesvorsitzender Westfalen-Lippe: "Die Teilnahme an jedweder Vorsorgemaßnahme ist freiwillig, und außer der Meldepflicht für die U5 bis U9 gibt es keinerlei gesetzliche Grundlage für eine Meldung an irgendwelche Behörden.

In extremen Ausnahmefällen, z. B. wenn die Eltern trotz massiver Karies mit Infektion und Gefährdung der bleibenden Zähne keinen Zahnarzt aufsuchen, könnte es zu einer Kindeswohlgefährdung kommen, die wir dann tatsächlich an das Jugendamt melden müssten. Die fehlende Teilnahme an einer Vorsorgeuntersuchung kann keinesfalls Grund für eine solche Meldung sein.

Zahngesundheit ist für uns ein ganz wichtiges Gut. In den letzten 30 Jahren haben vor allem Kinder- und Jugendärzte mit ihren Beratungen und Prophylaxemaßnahmen ganz wesentlich zum drastischen Rückgang von Karies bei Kindern beigetragen.

Probleme bereiten uns Kinder aus prekären Verhältnissen und bildungsfernen Familien, die nur schwer erreichbar und auch kaum zu motivieren sind, zu zusätzlichen Untersuchungen eine Zahnarztpraxis aufzusuchen. Diese Kinder muss man in ihren Lebenswelten aufsuchend erreichen."

 

Düsseldorf, November 2014