Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

24.06.2015

Kinder- und Jugendärzte begrüßen Bettelverbot für Kinder: "Bettelverbot ist Kinderschutz!"

Der Berliner Senat plant, das Betteln in Begleitung von Kindern und durch Kinder zu verbieten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßt diesen Vorstoß.

BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann: "Das Bettelverbot, das es in München und Bremen schon seit langem gibt, ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Kinder vor Missbrauch. Eltern, die ihre Kinder zum Betteln auf die Straße und in U-Bahnen schicken, verletzen ihre Fürsorge- und Erziehungspflicht und sie gefährden die Gesundheit ihrer Kinder. Kinder stundenlang am Straßenrand in Höhe der Auspuffgase sitzen zu lassen, sie zu zwingen, in U-Bahnen für erwachsene Musikanten Geld einzusammeln oder gar an Ampeln Autoscheiben zu wischen und dafür Münzen zu erbitten, das ist Kindesmissbrauch. Hier ist es höchste Zeit, dass der Staat endlich einschreitet und dafür sorgt, dass Kinderrechte durchgesetzt werden."

Kindern eine Perspektive geben

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte unterstützt daher den Plan des Berliner Senats, das Betteln durch Kinder wirksam zu unterbinden, mahnt aber gleichzeitig auch nachhaltige Hilfen an.

Dr. Wolfram Hartmann: "Kinder, die von ihren skrupellosen Verwandten zum Betteln geschickt werden, sind Opfer. Wir haben als Gesellschaft die Pflicht, diese Opfer aus den Fängen der Bettelmafia zu befreien und ihnen eine Perspektive zu geben. Ein Bettelverbot wird dies zwar nicht leisten, aber es ist ein Signal an die Familien der Kinder. Daneben muss die Politik aber auch nachhaltige Lösungen finden, um den Kindern zu helfen. Die Kinder müssen die Möglichkeit bekommen, zur Schule zu gehen, die Eltern müssen sozialpädagogisch begleitet werden und dort, wo die Familien die Bedingungen des Bleiberechts erfüllen, müssen sie Hilfe bei der Integration bekommen."

Köln, 24.06.2015