Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

16.05.2006

Die neuen Vorsorgehefte mit vier neuen Vorsorgen sind da: Hilfe bei der Diagnose und Dokumentation von Spracherwerbsdefiziten

Ab sofort bekommen alle Kinder und Jugendliche ein zusätzliches Vorsorgeheft mit vier neuen Vorsorgen beim Kinder- und Jugendarzt. Das bisherige Vorsorgesystem, das aus zehn Früherkennungsuntersuchungen bestand, wird damit erweitert, die neuen Hefte sorgen dafür, dass die dabei festgestellten Entwicklungsfortschritte von Kindern und Jugendlichen sicher und übersichtlich dokumentiert werden.
„Die neuen PISA-Untersuchungen haben es gezeigt: Sprachentwicklungsdefizite nehmen unter sozial benachteiligten Kindern und unter Migrantenkindern zu. Sie bestehen zum Einschulungszeitpunkt, ohne dass sie bis dahin jemand registriert, und sie sind ein wesentlicher Grund für Schulabbrüche bzw. niedrige Schulabschlüsse. “
Mit den neuen zusätzlichen Vorsorgen und der Möglichkeit, diese übersichtlich und auch für Eltern leicht verständlich zu dokumentieren, können wir viele Entwicklungsstörungen und insbesondere Sprachentwicklungsstörungen, die das ganze spätere Leben der Kinder negativ beeinflussen können, früher als bisher erkennen und behandeln. Die neuen Vorsorgen sind für Kinder zwischen zwei und fünf und fünf bis zwölf Jahren – eine Zeitspanne, in der bisher keine Vorsorgen stattfanden und in der sich daher gerade bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Fehlentwicklungen ergeben konnten: neben mangelndem Spracherwerb vor allem Übergewicht und Störungen der sozialen Entwicklung. Durch die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen können wir diese nun schon im Ansatz diagnostizieren und einer Therapie zuführen,“ so Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.
Allerdings, so Dr. med Wolfram Hartmann weiter, brauche es gerade bei Störungen der sozialen Entwicklung einen Ausbau von Hilfsstrukturen im Rahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Auch fehle es immer noch an qualifizierter pädagogischer Betreuung für junge Kinder.
Hartmann forderte den Staat auf, seiner Fürsorgepflicht nachzukommen und die jetzt noch privat zu bezahlenden neuen Vorsorgen als Kassenleistung anzumahnen. Nur so könnten vor allem die von Entwicklungsdefiziten besonders bedrohten Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien die Vorsorgen ebenfalls nutzen und rechtzeitig Hilfe bekommen.

Anmerkung für die Redaktionen:
Bei Nachfragen steht Ihnen
Dr. med. Wolfram Hartmann,
Präsident Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zur Verfügung unter
Fon: 02732/762900, Fax: 02732/86685
dr.w.hartmann-kreuztal@t-online.d
dr.wolfram.hartmann@uminfo.de


Verantwortlich:
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Mielenforster Straße 2
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Pressesprecherin:
Dr. med. Gunhild Kilian-Kornell