Gesunde Kinder
sind unsere Zukunft

25.01.2008

“Besserer Kinderschutz nur durch qualifizierte Versorgung“

Kinder- und Jugendärzte unterstützen den KBV-Vorschlag für mehr und modernere Kindervorsorgen

„Wir begrüßen es sehr, dass die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unseren seit mehr als zwei Jahren auf dem Tisch liegenden Vorschlag für einen Ausbau und eine inhaltliche Neugestaltung der Kindervorsorgen aufgreift“, so Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands. „Wir benötigen dringend den zeitlichen Lückenschluss durch eine Vorsorge mit 3 Jahren (U7a) zwischen der U7 mit 2 und der U8 mit 4 Jahren. Daneben muss aber auch der große zeitliche Abstand zwischen der Vorsorge zum Abschluss des 5. und dem Beginn des 13. bis Abschluss des 15. Lebensjahres durch weitere Vorsorgen gefüllt werden.“ Die Kinder- und Jugendärzte fordern hier zwei zusätzliche Vorsorgen mit 7-8 und 9-10 Jahren.

„Aber sowohl die bereits heute gesetzlich garantierten U2 bis U9, sowie J1 wie auch die neuen Vorsorgen müssen inhaltlich den heutigen Erfordernissen angepasst werden“, fügt Hartmann hinzu. „Wir müssen weg von dem alten Konzept der Früherkennung, also dem frühestmöglichen Erkennen bereits vorhandener Erkrankungen (so genannte sekundäre Prävention), hin zum Konzept der Verhinderung von Krankheitsentstehung, also zur primären Prävention.“
Die Kinder- und Jugendärzte verweisen hier auf die wichtigen primärpräventiven Beratungen zur frühkindlichen Entwicklung in der Vorschulzeit, um die Kinder auf eine erfolgreiche Schullaufbahn vorzubereiten. „Wir sehen mit großer Sorge die zunehmende Zahl von Kindern mit Entwicklungsdefiziten vor allem der Sprache, des Sozialverhaltens, aber auch der Motorik, die mit diesen Handicaps zu einem großen Teil keinen Schulabschluss erhalten“, so Hartmann. „Große Sorge bereitet auch die große Zahl übergewichtiger Kinder mit Stoffwechselentgleisungen, die früh unter Herz- und Gefäßerkrankungen oder Diabetes mellitus leiden werden. Primärpräventive Vorsorge wirkt hier lebensverlängernd.“
Diese neuen Inhalte der Untersuchungen verlangen aber fundierte Kenntnisse über das breite Spektrum unterschiedlicher Entwicklungen von Kindern. Deshalb fordern Kinder- und Jugendärzte den Nachweis einer entsprechenden Weiterbildung im Fachgebiet der Kinder- und Jugendmedizin für die Durchführung dieser wichtigen Untersuchungen bei Kindern, die den weiteren Lebensweg eines Kindes ganz entscheidend beeinflussen können.

„Nur Kinder- und Jugendärzte mit abgeschlossener Facharztausbildung verfügen über die berufliche Erfahrung und Qualifikation, körperliche, psychische und soziale Entwicklungsstörungen zu erkennen, Lösungswege vorzubereiten und dazu auch mit anderen Fachrichtungen entsprechende Therapie- und Förderkonzepte zu koordinieren. Die KBV darf es daher nicht dabei belassen, das Vorsorgesystem zu optimieren, sie muss auch sicherstellen, dass ausschließlich entsprechend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte diese wichtigen Untersuchungen durchführen. Denn das beste Vorsorgesystem nützt Kindern und Jugendlichen gar nichts, wenn Ärzte anderer Fachrichtungen, denen die Qualifikation, eingehende Kenntnisse und Erfahrung fehlen, Vorsorgen durchführen dürfen.“

Anmerkung für die Redaktionen:
Bei Nachfragen steht Ihnen
Dr. med. Wolfram Hartmann,
Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zur Verfügung unter
Fon: 02732/762900
Fax: 02732/86685
E-Mail: dr.w.hartmann-kreuztal@t-online.de oder dr.wolfram.hartmann@uminfo.de


Verantwortlich:
Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte,
Mielenforster Straße 2
51069 Köln
Tel: 0221/68909-0

Pressesprecher:
Dr. med. Uli Fegeler, Berlin