Politik & Presse
20.09.2022 Pressemitteilung Köln

Weltkindertag 2022: BVKJ sieht Kinderrechte durch nationale und internationale Bedrohungen gefährdet

Weltkindertag 2022: BVKJ sieht Kinderrechte durch nationale und internationale Bedrohungen gefährdet

Heute ist Weltkindertag, der dieses Jahr unter dem Motto „Gemeinsam für Kinderrechte“ steht. Für den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) steht fest: Kinder haben ein Recht auf Bildung, ein Recht auf Gesundheit, ein Recht auf Behandlung und ein Recht auf stabile Lebensverhältnisse. Doch diese elementaren Grundrechte sieht der Verband momentan durch nationale und internationale Bedrohungen gefährdet.

Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ, erklärt: „Durch den Krieg in der Ukraine, die Corona-Pandemie und die zunehmende familiäre Armut, die aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung im Land zu befürchten ist, sehen wir die Kindergesundheit und das kindliche Wohlbefinden empfindlich gestört. Kinder haben Rechte - und die gilt es auch in diesen Zeiten unbedingt zu wahren. Dabei stehen wir Pädiaterinnen und Pädiater vor gewaltigen Schwierigkeiten, die wir nur mithilfe der Politik lösen können.“

Traumatisierte Kinder, die es in die pädiatrischen Praxen in Deutschland schaffen, können nicht optimal versorgt werden, weil die Kapazitäten fehlen. „Kinder haben das Recht auf eine professionelle, medizinische Behandlung. Um das gewährleisten, brauchen wir dringend eine bessere Trauma-Versorgung für die aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen“, fordert der BVKJ-Präsident.

Angst bei ihren Patient:innen erleben Pädiater:innen nicht nur in Hinblick auf den Krieg. „Es gibt auch Ängste aus der Pandemie heraus“, betont Fischbach. „Die Angst, krank zu werden oder die Angst, dass Angehörige krank werden. Wir sehen in unseren Praxen jetzt deutlich mehr Fälle von psychischen Erkrankungen, Essstörungen, Adipositas und Bewegungsmangel als zuvor. Das ist inzwischen leider unser tägliches Brot. Hinzu kommt, dass die kinder- und jugendärztliche Versorgung zunehmend schlechter wird, weil die Politik unseren Beruf immer unattraktiver macht.“

Seit Jahren macht der BVKJ auf den Mangel an medizinischem Nachwuchs aufmerksam – bislang ungehört. „Das wird zwangsläufig dazu führen, dass wir in absehbarer Zeit nicht mehr genug Kinder- und Jugendärzt:innen in Deutschland haben. Immer mehr Praxen werden schließen müssen, weil sie keine Nachfolge finden“, erklärt der BVKJ-Präsident. „Unsere Forderungen nach mehr Medizinstudienplätzen müssen endlich Gehör finden, sonst leiden letztendlich auch unsere Patientinnen und Patienten unter der Situation.“

Zunehmend wird auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland zu einer Gefährdung für die Wahrung von Kinderrechten. Präsident Fischbach beschreibt: „Schon jetzt sehen wir die Fälle von Kinderarmut, von Familienarmut rasant ansteigen - mit all ihren negativen Folgen. Durch die höhere finanzielle Belastung rutschen immer mehr Kinder an die Armutsgrenze. Wir wissen seit langem, dass dies besonders Familien mit niedrigerem sozioökonomischem Status betrifft. Daher fordern wir für diese Kinder und für ihre Familien eine zuverlässige Unterstützung durch den Staat.“

Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte e.V. (BVKJ)

Telefon: 0221/68909‐0 E-Mail: bvkj.buero@uminfo.de