Politik & Presse
29.06.2022 Pressemitteilung Köln/Berlin

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert Lauterbachs Sparpläne BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Lauterbachs unausgegorene Ideen nicht auf Kosten unserer Praxen und Patienten!“

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert Lauterbachs Sparpläne BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Lauterbachs unausgegorene Ideen nicht auf Kosten unserer Praxen und Patienten!“

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert Lauterbachs Sparpläne BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Lauterbachs unausgegorene Ideen nicht auf Kosten unserer Praxen und Patienten!“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat ein Sparpaket vorgestellt, um die GKV-Finanzen zu sanieren. Insbesondere will er die höheren Vergütungen für Neupatienten streichen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt: „Eltern werden es künftig noch schwerer haben, einen Kinder- und Jugendarzt oder eine-ärztin für ihre Kinder zu finden. Dagegen wehren wir uns mit allen Mitteln.“

BVKJ-Präsident Dr. med. Thomas Fischbach: „Die Praxen der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen sind überlaufen. Viele Kolleginnen und Kollegen bieten dennoch mit enormem Engagement Neupatienten zusätzliche Termine an. Die Politik hat das gewollt und mit dem TSVG ermöglicht, dass der Aufwand mit zehn Euros extra honoriert wird. Dieser Betrag deckt wenigstens zum Teil den erhöhten Aufwand bei der Neuaufnahme eines Patienten. Nun will der Gesundheitsminister die gesetzlich zugesicherte Neupatientenregelung kassieren. Das wird dazu führen, dass Eltern von Neugeborenen oder nach einem Umzug keinen Kinder- und Jugendarzt finden, der sie neu aufnimmt. Lauterbachs Plan bedeutet also nichts anderes als eine Leistungskürzung für gesetzlich versicherte Patienten.

Für uns niedergelassene Kinder- und Jugendärzte stellt der unausgegorene Sparplan einen enormen Vertrauensbruch dar, der dazu führen wird, dass noch mehr Praxen in Zukunft keine Nachfolger finden werden. Schon heute lassen sich auf dem Land freie Kinder- und Jugendarztstellen nicht mehr besetzen, Eltern müssen weite Wege zurücklegen, damit ihre Kinder medizinisch versorgt werden. Grund dafür sind die fehlenden Medizinstudienplätze und die ungenügende Anzahl von Weiterbildungsstellen in der Pädiatrie, aber auch die Arbeitsbedingungen in den Praxen und das fehlende Vertrauen in die Politik. Das erratische und kurzsichtige Vorgehen des Bundesgesundheitsministers wird noch mehr junge Ärzte und Ärztinnen von einer Niederlassung abschrecken.

Wir als Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordern:

Beibehaltung und Ausbau der Neupatientenregelung, um den im Koalitionsvertrag gesteckten Zielen der Entbudgetierung im Hausarztbereich näher zu kommen und allen Kindern und Jugendlichen die bestmögliche medizinische Versorgung zu garantieren.

In ein paar Wochen, nach den Sommerferien, werden wir wieder gegen die diversen Infektwellen kämpfen, verstärkt impfen, Vorsorgen durchführen, unsere Praxen werden aus allen Nähten platzen. In dieser Situation sendet der Gesundheitsminister mit seinem Klein-Klein-Sparplan ein unmissverständliches Signal der Missachtung der ambulanten Medizin. Das ist ein Skandal und muss schnellstmöglich korrigiert werden.“

Info für die Redaktion:
Über einen Bericht in Ihrem Medium freuen wir uns.

Weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendgesundheit erhalten Sie unter www.kinderaerzte-im-netz.de

Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte e.V. (BVKJ) Präsident: Dr. Thomas Fischbach Bundespressesprecher: Jakob Maske & Dr. Tanja Brunnert (Stellvertreterin) Mielenforster Straße 2, 51069 Köln

Telefon: 0221/68909-0 E-Mail: bvkj.buero@uminfo.de